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Glenn Miller und Duke Ellington alle Ehre machen

ehemaliger Bandleader Michael Euler

Michael Euler - der vierte Bandleader

Die "Sache" mit der Musik fing für Michael Euler schon in jüngster Kindheit an. Sein Vater, Richard Euler, ist selbst auch ein begeisterter Musiker. Da ist es doch eigentlich nichts besonderes, dass der gebürtige Troisdorfer recht früh, nämlich im Alter von fünf Jahren, seinen ersten Auftritt auf den "Brettern, die den Künstlern aller "Couleur" die Welt bedeuten", landete. Dieser Auftritt, wie könnte es auch anders nicht sein für einen gebürtigen Rheinländer, ereignete sich zur Zeit des Karnevals. Da stand er nun, Junior Euler, mit seiner Basstrompete und bot sein noch nicht gerade perfektes Solo in der Kindersitzung inmitten des Düsseldorfer Karnevals feil.

Seither entwickelte Euler sein instrumentales Können stetig weiter. Mit sieben besuchte er die Musikschule seiner Heimatstadt. Nach zwei Jahren intensivem Üben auf der Blockflöte und einigen Unterrichtsstunden auf dem Klavier festigte sich der Wunsch, auf diesem Tasteninstrument eine intensivere Ausbildung anzustreben, wobei ihn seine Eltern unterstützten. Es dauerte nicht lang, und ein neues Klavier hielt Einzug bei Familie Euler in der Ziethenstraße 28 in Troisdorf. Von da ab stand tägliches Üben auf dem Programm. Bis zu seinem 16. Lebensjahr erhielt Euler Musikunterricht und unterstützte in seiner Freizeit den Vater und den Onkel, die bei den verschiedensten Festivitäten in der Region Tanz- und Unterhaltungsmusik spielten.


Sein Ziel stand fest - er wollte Berufsmusiker werden

Für Michael Euler stand nun endgültig fest, er wollte einmal Berufsmusiker werden. Im Freundeskreis hatte er gehört, man könne auch eine Ausbildung zum Musiker bei der Bundeswehr absolvieren. Er entschloss sich, bei dem damaligen Inspizienten und Leiter des Militärmusikdienstes, Oberst Professor Helmut Schaal, vorzuspielen.

Schaal holte den jungen engagierten Musiker schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und erklärte ihm, er müsse erst einmal sein Klavierspiel verbessern, um überhaupt eine Chance zu erhalten, in einem Musikkorps der Bundeswehr spielen zu dürfen. Das nahm sich Michael Euler zu Herzen.

Ehrgeizig wie er war, meldete er sich an der Rheinischen Musikschule der Stadt Köln, dem ehemaligen Konservatorium für Musik, als Klavierschüler an. Fest getrieben von dem Wunsch, seine Leidenschaft für die Musik zum Beruf zu machen, arbeitete er sehr hart an sich, um seinem Ziel Schritt für Schritt näher zu rücken. Sein Tagesablauf war geprägt von tagsüber ablaufenden Übungsstunden an der Musikschule und abends von seinem Selbststudium auf der Kirchenorgel seines Wohnorts. Im Jahre 1983 machte er Abitur und wurde er im Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden als Klavierbegleiter und Versorgungssoldat aufgenommen. Auch hier nutzte er jede Minute, sich umfangreich auf dem Piano fortzubilden. Bereits 1984 gelang es ihm, die Aufnahmeprüfung zum Kappelmeisterstudium und Musikoffizieranwärter an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf und beim Ausbildungsmusikkorps in Hilden zu meistern. In den Hauptfächern belegte er Dirigieren, Klavier und Partiturspiel.


Alles hart erarbeitet

Spricht man Michael Euler heute auf seine Studienzeit an, so gibt der offene und sympathische Oberstleutnant zu: "Geschenkt wurde mir in der gesamten Studienzeit nichts. Leider durfte ich mich nicht zu den Überfliegern zählen, denen das musikalische Talent mit in die Wiege gelegt wurde. Ich musste mir mein gesamtes Know-how sehr hart erarbeiten." Trotzdem erinnert er sich gerne an diese Zeit zurück. Damals habe er auch Robert Kuckertz, seinen unmittelbaren Vorgänger bei der Big Band der Bundeswehr, kennen gelernt und mit ihm gemeinsam an verschiedenen Musikprojekten gearbeitet. Dass er mal sein Nachfolger werden würde, daran hätte er niemals gedacht. Sein Studium beendete er 1989 mit dem Abschluss zum klassischen Kapellmeister.


Geradliniger Werdegang

Sein weiterer Werdegang verlief ziemlich geradlinig. Zunächst erwartete ihn eine Tätigkeit als zweiter Musikoffizier im Heeresmusikkorps 300 in Koblenz. Nach dieser Zeit wechselte er zum Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Siegburg, wo er das Kammerorchester leitete. Danach übernahm er 1992 das renommierte Gebirgsmusikkorps 8 in Garmisch-Partenkirchen. Dort hat der junge Musiker, Michael Euler, tiefe Spuren hinterlassen.

Es gibt hervorragende Tonaufnahmen, die er gemeinsam mit seinem Orchester und dem Bayerischen Rundfunkorchester unter der Leitung von Lorin Maazel aufzeichnete. Außerdem hat er das internationale Militärmusikfestival in Garmisch-Partenkirchen ins Leben gerufen, das inzwischen zu einer festen Institution in Bayerischen Oberland geworden ist.
Als Michael Euler im Frühjahr 2001 der Ruf zur Big Band der Bundeswehr ereilt, erfüllt ihn das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits ist er natürlich sehr stolz, dieses Spitzenshoworchester übernehmen zu dürfen, aber andererseits sind ihm die Garmisch-Partenkirchener während seiner neunjährigen Dienstzeit sehr ans Herz gewachsen. Der Abschied von seinem Umfeld fiel ihm sichtlich schwer. Das konnten alle Besucher seines bereits Wochen vorher ausverkauften großen Abschiedskonzerts im Kongreßzentrum von Garmisch-Partenkirchen im September 2001 live miterleben.


Jazz- und Swinglegenden sollen wahre Freude haben

Seine neue Tätigkeit als Bandleader und Chef des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Showorchesters, der Big Band der Bundeswehr, trat Euler hoch motiviert und voller Tatendrang an. Besonders liegt ihm die Kontaktpflege in Form von Workshops und persönlichen Austauschverbindungen zur internationalen Orchesterszene, wie z.B. zu der US-Band Air Men of Note, welche die Nachfolgeband der legendären Glenn Miller- Formation darstellt, oder zu dem bekannten Schweizer Bandleader Pepe Lienhard, am Herzen. Natürlich dürfen auch Namen wie die der deutschen Jazzlegende, Peter Herbolzheimer, nicht fehlen. Auch wenn seine Lieblingskomponisten wie Gustav Mahler, Richard Strauß und sein ganz persönlicher Favorit James Cornow ("Where never lark and eagle flew") auf sein Dirigat in der klassischen Musik zukünftig erst einmal verzichten müssen, so darf sich das Publikum der Big Band der Bundeswehr umso mehr auf die exzellenten Darbietungen der Band unter der Leitung von Michael Euler freuen. Über seine Ziele für seine neue Aufgabe sagt er: "Ich möchte die Vielseitigkeit dieses hervorragenden Orchesters ausbauen, an den Erfolgen meiner Vorgänger anknüpfen, das Orchester zeitgemäß präsentieren und dennoch versuchen, den klassischen Big Band- Sound in seinen wesentlichen Nuancen zu erhalten. Besonders am Herzen liegen mir die jungen Bandmitglieder. Ihr großes Engagement soll gefördert werden, und gemeinsam mit den "alten Hasen des Orchesters" möchte ich dafür Sorge tragen, dass die großen Legenden des Swings und Jazz, wie z.B. Glenn Miller, Louis Armstrong und Duke Ellington ihre wahre Freude am Orchester hätten."