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Nachruf Oberstleutnant a. D. Heinz Schiffer

ehemaliger Bandleader Heinz SchifferHeinrich (– Heinz –) Schiffer wurde am 26. Mai 1938 in Elsen geboren. Der Sohn eines Orchesterposaunisten studierte Trompete, trat 1960 in die Bundeswehr ein und war nachfolgend bis 1967 als Trompeter Angehöriger des Heeresmusikkorps 7 in Düsseldorf. Nach Ende seiner Dienstzeit studierte er Dirigieren bis 1970 am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf, der späteren Robert Schumann Hochschule. Nach seinem erfolgreichen Examen trat er 1970 als Oberleutnant und Musikoffizier in den Militärmusikdienst wieder ein und wurde als zweiter Musikoffizier bei den Heeresmusikkorps in Düsseldorf und Ulm bis zum Jahresende 1972 verwendet. Im Anschluss war er als Hilfsdezernent der Gruppe Musikwesen im Bundeswehramt in Bonn eingesetzt und übernahm dann am 18. Dezember 1973 das Heeresmusikkorps 7 in Düsseldorf als Chef, das er bis zum 31. Dezember 1981 erfolgreich führte.
Vom 1. Januar 1982 bis 30. September 1983 war er Chef des Heeresmusikkorps 2 in Kassel.

Als sich Günter Noris 1883 von der Big Band der Bundeswehr verabschiedete, waren es nicht Max Greger oder Paul Kuhn, die auf das Dirigentenpodest stiegen, sondern ein Mann in Uniform ‑ Heinz Schiffer.
Ein erstes Schlaglicht setzte der Vollblutmusiker schon bald nach seinem Dienstantritt bei der Big Band der Bundeswehr. Sein Ideal war ein Showorchester nach dem Vorbild des legendären Glenn Miller und dessen Gesangsgruppe, den Andrew-Sisters, und so ergänzte er die Big Band um drei Sängerinnen, die "Majories"
Die drei Damen waren der neue optische wie akustische "Blickfang" des Orchesters und wurden für die folgenden Jahre zum Markenzeichen der Big Band der Bundeswehr.
Als Bandleader war er bestrebt, der Band einen neuen modernen Sound zu verleihen. Moderne Arrangements sollten daher eine Brücke zwischen traditioneller Militärmusik und Jugendwirksamer" Popmusik schlagen.
Einen Höhepunkt in der Karriere von Heinz Schiffer als Bandleader stellte sicherlich das Jahr 1990 dar. Im Jahr der Vereinigung der beiden deutschen Staaten flog das Orchester mit einem Transporthubschrauber der Bundeswehr über den noch bestehenden "Eisernen Vorhang" nach Dresden, das zu dieser Zeit noch ganz offiziell in der "DDR" lag. Wenig später, Anfang Oktober 1990, trug sich die Big Band der Bundeswehr in die Annalen deutscher Streitkräfte ein. Sie erreichte als erste "Einheit" der Bundeswehr in friedlicher Mission die Sowjetische Hauptstadt Moskau. Den historischen Tag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 erlebten Heinz Schiffer und die Big Band der Bundeswehr im Hotel der Roten Armee in Moskau.
Nach neun Jahren musikalischen Wirkens mit eigenem Anspruch beim Showorchester der Bundeswehr übernahm er 1992 als Chef das Heeresmusikkorps 300 in Koblenz und trat im Dezember 1992 auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand.

Als der Dirigent und Orchesterleiter Heinz Schiffer von der Show- und Konzertbühne seinen Abschied nahm, wussten nur wenige, dass dahinter seine besondere Liebe zur Schriftstellerei stand, der er sich fortan mit großem Erfolg widmete.

Am 27. Dezember 2016 ist Oberstleutnant a.D. Heinz Schiffer nach einem erfüllten Leben in Ratingen, seinem langjährigen Wohnort, verstorben.

Die Big Band der Bundeswehr wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.